Kategorien
News

Lean Startup – schlankes Pferd mit starkem Horn

Mit der Lean Startup Methode zum eigenen “Lean Startup”!

Lean Startup – schlankes Pferd mit starkem Horn

By The Nest by Webhelp

Mit der Lean Startup Methode zum eigenen “Lean Startup”

In der Theorie gehört Lean Startup zu den agilen Managementmethoden und zielt auf eine effektivere Produktentwicklung als bei klassischen Unternehmen ab: Produktentwicklungszyklen sollen verkürzt und die Realisierbarkeit des Business Modells geprüft werden. Hierzu nutzt Lean Startup den Build-Measure-Learn Kreislauf (BML). Bei diesem werden nach kurzen Produktentwicklungsphasen Kundenfeedback eingeholt. Diese helfen, Kundenwünsche und -bedürfnisse zu messen und daraus zu lernen. Mit Lean Startup fließen iterativ gewonnene Erkenntnisse also direkt in die Entwicklung mit ein und garantieren eine kundenorientierte Ausgestaltung des Produkts oder der Dienstleistung. Und nicht nur das: Die Lean Startup Methode ist mit ihrem zukunftsorientierten Geschäftsmodell hervorragend auf ein schnelles und starkes Wachstum ausgerichtet.

Lean Startup ist damit ein Muss für alle Startups, die hoch hinauswollen. Nicht selten bezeichnet sich ein Startup selbst als ein „Lean Startup“, sobald es die Methodik erfolgreich im Unternehmen etabliert hat.

Du willst mit Deinem Startup durch die Decke?
Dann hol Dir jetzt Deinen kompakten Startup Guide für jede Stage!

  1. Warum Lean Startup?
  2. Die Geburtsstunde von Lean Startup
  3. Lean Manufacturing vs. Lean Startup
  4. Kundenentwicklung als Kern von Lean Startup
  5. Das Minimum Viable Product (MVP) im Lean Startup
  6. Build-Measure-Learn Feedback Loop – Das Mühlrad des Lean Startup
  7. Lean Startup als Methode des Lean Thinking-Ansatzes
  8. Lean Canvas – maßgeschneidert für das Lean Startup
  9. Lean Startup vs. Design Thinking vs. Agile
  10. Ist Lean Startup nur Schall und Rauch?
  11. Lean Startup als das starke Horn auf dem Pferd
  12. Frag den Experten

1. Warum Lean Startup?

Lean Startup zielt darauf ab, Entwicklungszyklen zu verkürzen und ermöglicht es so, Produktentwicklungen effektiver zu gestalten. Startups sind der häufigen Gefahr ausgesetzt, dass sie ihr Produkt am Markt vorbeientwickeln und scheitern. Dieses Risiko wird mithilfe der Lean Startup Methode enorm reduziert. Will ein Startup eine Innovation auf den Markt bringen, so kann dies – mit einem entsprechend großen Budget – durchaus sehr schnell realisiert werden. Daher ist die kontinuierliche und zeitnahe Kundenrückmeldung ideal, um Stolpersteine bereits frühzeitig zu erkennen und aus dem Weg zu räumen. Dies führt zu einer zielgerichteten Entwicklung und effizienteren Lösung von Kundenproblemen. Startups können mithilfe der Lean Startup Methode unmittelbar auf Veränderungen des Marktes reagieren und profitieren.

Lesetipp: Warum schlanke Prozesse für das Wachstum im Sinne von Lean Startup wichtig sind und welche Stolpersteine Du von Anfang an vermeiden solltest, kannst Du hier nachlesen.

2. Die Geburtsstunde von Lean Startup

Der schlanke Entwicklungsprozess des Lean Startup Ansatzes basiert auf dem Customer Development Framework, das von dem amerikanischen Investor Steve Blank entwickelt wurde. Als die Dotcom-Blase im Jahr 2000 platzte und viele Jungunternehmen scheiterten, machte er sich Gedanken, wie damals begangene Fehler zukünftig vermieden werden können. Eric Ries, sein heutiger Geschäftspartner, verbreitete die Idee der Lean Startup Methode und lies sich bei der Schaffung des Begriffs „Lean Startup“ von der japanischen Autoindustrie inspirieren. Dort formte sich die „Lean Manufacturing Revolution“, die ähnliche Grundsätze wie die Lean Startup Methode verfolgt.

3. Lean Manufacturing vs. Lean Startup

Lean Manufacturing basiert auf dem japanischen KAIZEN Prinzip, das von Toyota entwickelt wurde. Hierbei werden verschiedene Absichten verfolgt. Zum einen soll jede Art von Verschwendung vermieden werden. Zum anderen werden Prozesse des Produktionssystems schneller und flexibler gestaltet. Außerdem verfolgt Lean Manufacturing das Ziel  eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen. Hierbei wird vor allem das Optimierungspotential in den Bereichen Zeit, Geld, Arbeitskraft, Maschinen, Material betrachtet und der Fokus auf das wie (“how to build better”) gelegt. Infolgedessen kann dem Kunden zum gewünschten Zeitpunkt ein kostengünstiges und hochqualitatives Produkt geliefert werden. Auch wenn beide Ansätze die gleichen Ziele wie die Prozessoptimierung und Vermeidung von Ressourcenverschwendung verfolgen, so unterscheiden sie sich dennoch in der Herangehensweise. Im Fokus der Lean Startup Methode steht die Frage “what to build” und damit einhergehend die kontinuierlichen Verarbeitung von Kundenfeedback.

Lean Startup

Quelle: Lean, Lean Manufacturing, Lean Startup: Clarified

4. Kundenentwicklung als Kern von Lean Startup

Das von Steve Blank entwickelte Customer Development Framework bildet die Grundlage für die Lean Startup Methode. Seine Annahme ist, dass sich ein Startup auf die Kundenentwicklung konzentrieren sollte, um die Probleme des Kunden frühzeitig im Entwicklungsprozess zu erkennen und zu beheben. Der Customer Development Process umfasst vier Phasen:

  1. Customer Discovery
    Zu Beginn werden Annahmen entwickelt, die sich mit den Faktoren beschäftigen, die das Geschäftsmodell am meisten beeinflussen. Diese gilt es in der Praxis am potenziellen Kunden zu verifizieren oder zu verwerfen. Voraussetzung: die Entwicklung eines MVP (Minimum Viable Product).
  2. Customer Validation
    Das Startup testet die Skalierbarkeit und Profitabilität des Geschäftsmodells und baut in dieser Phase das MVP zu einem deutlich weiter ausgearbeitet Prototypen aus. Das Marktpotential, die primäre Zielgruppe sowie der Preis sollten am Ende dieser Phase klar sein.
  3. Customer Creation
    Diese Phase konzentriert sich auf die Erreichung und die Gewinnung von Endkunden, mit dem Ziel, eine breite Basis aus aktiven Usern zu schaffen. Voraussetzung dafür: Das Startup besitzt ein profitables und skalierbares Geschäftsmodell.
  4. Company Building
    In dieser Phase führt das Startup neue, übliche Organisationsstrukturen ein und entwickelt sich zu einem richtigen Unternehmen.

Für den Einsatz der Lean Startup Methode sind hier vor allem die ersten beiden Phasen „Customer Discovery“ und „Customer Validation“ interessant. Diese befassen sich mit der Entwicklung eines skalierbaren Geschäftsmodells und legen ihren Schwerpunkt in den Aufbau eines Minimum Viable Products (MVP) und die Suche nach Early Adopters.

Du willst Dein Startup gezielt auf Deine Zielgruppe ausrichten und mit Deinem Kundenstamm wachsen? Dann wirf einen Blick in das Handbuch eines Gründers!

5. Das Minimum Viable Product (MVP) mit Lean Startup

Im Startup kommt dem Minimum Viable Product (deutsch: minimal funktionsfähiges Produkt) eine zentrale Rolle zu. Gerade für Startups, die sich am Lean Startup Ansatz orientieren wird sie noch bedeutender. Das MVP beschreibt eine Version eines neuen Produkts, das mit minimalem Aufwand die maximale Menge an validierten Informationen über die Kunden erfasst. Dieser Prototyp umfasst nur die grundlegenden Funktionen und hat keine besonderen Features. Ziel des MVP ist es, Annahmen zu testen und im Anschluss Kundenrückmeldungen und Daten einzusammeln. Damit unterstützt es perfekt das Prinzip der Lean Startup Methode. Mithilfe der gesammelten Annahmen kann eine neue verbesserte Version des Produkts entstehen. Auch diese tritt erneuert in den Kreislauf des Lean Startup Prinzips ein und wird schrittweise kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Entwicklung steht nicht das Bestreben im Vordergrund, von Anfang an ein perfektes, fertiges Produkt hervorzubringen. Vielmehr geht es darum, die Eignung der Produktidee zu überprüfen und diese daraufhin allmählich zu verbessern. Falsche Annahmen können bei einem MVP schnell korrigiert und mithilfe der Lean Startup Methode problemlos optimiert werden.

6. Build-Measure-Learn Feedback Loop – Das Mühlrad des Lean Startup

Lean Startup
Quelle: Why Build, Measure, Learn – isn’t just throwing things against the wall to see if they work – the Minimal Viable Product

Der Build-Measure-Learn Feedback Loop (deutsch: Bauen-Messen-Lernen Antwortschleife) ist ein Kreislauf, mit welchem das MVP unter Einsatz der Lean Startup Methode durch einen ständigen Lernprozess überprüft und weiterentwickelt wird. Dieses Vorgehen wird „Validated Learning“ genannt und bildet die Grundlage für den „Lean Startup Circle“. Die Zielsetzung ist es, die Durchlaufzeit von der Idee bis zu der Kundenantwort möglichst gering zu halten. Mithilfe des Lean Startup Ansatzes führen Kundenrückmeldungen zu schnelleren und kostengünstigeren Änderungen im Entwicklungsprozess. Der Start des Zyklus bzw. des Loops beginnt mit der Erstellung von Hypothesen (ungeprüfte Annahmen), die im Anschluss getestet, geprüft und weiterentwickelt werden.

  1. Schritt: Build (Bauen) mit Lean Startup

Zu Beginn setzt die Lean Startup Methode auf ein MVP. Hierbei ist es wichtig, nur grundlegende Funktionen des Produkts zu bauen. Dies gewährleistet eine schnelle Durchlaufzeit des Kreislaufs. Die „Bauen“-Phase setzt sich folglich mit der Erarbeitung von Mockups, Prototypen oder MVPs auseinander. An diesen werden im weiteren Verlauf die Annahmen getestet.

2. Schritt: Measure (Messen) mit Lean Startup

Das Messen der Testergebnisse ist der zweite Schritt der Methode. Es verhilft dazu, Erkenntnisse aus dem Testvorgang der Lean Startup Prozesse zu gewinnen. Die gewünschten Datenpunkte zu den Annahmen ergeben sich dabei für gewöhnlich aus den Aktionen und Handlungen des Kunden.

3. Schritt: Learn (Lernen) mit Lean Startup

Die gewonnenen Ergebnisse werden abschließend analysiert und mit den zu Beginn festgelegten Annahmen abgeglichen. Dabei wird bereits vorab festgelegt, ab welchem Wert die Annahmen als widerlegt oder bestätigt gilt. Dies ist wichtig, um nicht dem sogenannten „Confirmation Bias“ zu verfallen. Dieser Bestätigungsfehler bezeichnet die Neigung,  Informationen so zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese den eigenen Erwartungen entsprechen. Es gilt der Grundsatz „Fail fast, fail cheap“. Er drückt aus, dass ein schneller Lernprozess mit einem kostengünstigen Verbesserungsansatz einhergeht.

Ist der Kreislauf einmal durchlaufen, beginnt erneut die Build-Phase. In dieser werden die neu erlangten Erkenntnisse bei der Weiterentwicklung des Produkts berücksichtigt. Nicht ausgeschlossen: Die gewonnenen Erkenntnisse führen zu einer grundlegenden oder radikalen Neuausrichtung des Produkts. Diese grundsätzliche Kurskorrektur nennt sich Pivot. Sie verhilft nach dem Grundsatz „Fall fast and stand up“ dabei, die vorhandene Produktstrategie bereits in einer frühen Phase des Startups schnell zum Positiven zu verändern und den Kunden besser anzusprechen.

7. Lean Startup als Methode des Lean Thinking Ansatzes

Das Prinzip von Lean Startup zielt darauf ab, Verschwendung zu vermeiden. Auch andere Methoden des Lean Thinking Ansatzes wie SMED, Wertstrom, 5s oder Kanban teilen das gleiche Ziel. Teile dieser Methoden eignen sich wunderbar, um sie in das eigene Startup zu integrieren.

Achtung: Lean Startup funktioniert nur, wenn Schwerpunkte von Anfang an richtig gesetzt sind. Worauf Gründer achten müssen und wie das geht, haben wir hier für Dich zusammengestellt.

Single Minute Exchange of Die (SMED)

Unter SMED wird der Begriff „Single Minute Exchange of Die“ verstanden. Dieser stammt aus dem Lean Manufacturing und beschreibt ein schnelles Umrüsten einer Maschine oder Produktionslinie im einstelligen Minutenbereich. Erreicht werden kann dies durch eine zügigere Arbeitsweise der Beschäftigten oder der Maschinen. Zugegeben: Nur selten ist Lean Startup auf rekordverdächtige Rüstzeiten angewiesen und dennoch ist das Ziel der SMED Methode, Kundenwünsche individuell zu berücksichtigen und gleichzeitig Verschwendung durch Wartezeiten zu vermeiden – gerade das macht auch Lean Startup aus. Angewendet auf das Lean Startup Prinzip führen schnelle Produktanpassungen und -änderungen nach jedem durchlaufenen von Entwicklungszyklen zu einem raschen und kostengünstigen Fortschritt des Produkts oder Geschäftsmodells.

Wertstrom

Die Wertstromanalyse hilft, einen verlässlichen Überblick über Prozesse zu entwickeln und orientiert sich an den Wünschen der Kunden. Sie befasst sich mit der Optimierung des Informations- und Materialflusses. Die Absicht der Wertstromanalyse ist es, Verschwendung zu vermeiden und die Produktionsabläufe optimal zu gestalten. Dabei soll nur das hergestellt werden, was für den nächsten Prozessschritt notwendig ist. Außerdem soll es erst zu dem Zeitpunkt produziert werden, an dem es gebraucht wird.

5s

Ein weiteres bekanntes Beispiel im gleichen Geiste von Lean Startup ist die 5s Methode, die von Toyota eingeführt wurde, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu verbessern.

Hierfür haben sich die fünf folgenden Maßnahmen bewährt:

  1. Sortieren
  2. Systematisieren,
  3. Saubermachen,
  4. Standardisieren und
  5. Selbstdisziplin.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen führt zu einer Verbesserung der Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter, die dadurch bessere Ergebnisse im Alltag erzielen und ihrer Tätigkeiten motivierter nachkommen. Das Ziel der 5s Methode ist die Eindämmung von Zeitverschwendung. Im Startup – und vor allem im eigenen Lean Startup! – sind Zeit, Flexibilität, Effizienz und Motivation ausschlaggebende Faktoren für den Erfolg.

Kanban

Unter Kanban wird eine Methode zur Produktionsprozesssteuerung verstanden, die sich bestens in den Alltag von Lean Startup integrieren lässt. Bestehende Prozesse werden in kleinen Schritten optimiert, um das Risiko für jede einzelne Verbesserung zu reduzieren. Hierbei kommt u.a. eine Signaltafel (Kanban-Tafel) zum Einsatz, die den aktuellen Arbeitsstand visualisiert. Kanban liefert in Kombination mit Lean Startup unerwartete Erkenntnisse, mit denen sich das Entwicklungstempo erhöhen lässt. Gerade für Lean Startup eignet sich diese Methode besonders hervorragend, da sie kontinuierlich zu Verbesserungen führt. Damit ergänzt Kanban mit seiner agilen Methode perfekt den Lean Startup Ansatz, bei dem permanente Feedbackschleifen schnell durchlaufen und Prozesse stetig angepasst werden.

Feedbackschleifen sind wertvolle Ressourcen für Dein Startup. Die Kundenorientierung ist der wirksamste Wachstumsbooster, der nachhaltig Erfolg verspricht. Mehr dazu im Handbuch eines Gründers!

8. Lean Canvas – maßgeschneidert für Lean Startup

Lean Startup
Quelle: Why Lean Canvas vs Business Model Canvas?

Lean Canvas ist ein Konzept bzw. Plakat (engl. Canvas = Leinwand), dass aus neun Feldern besteht, anhand dessen das Potential des eigenen Startups mithilfe von Schlüsselfaktoren strukturiert untersucht wird. Ziel ist es, Erfolgschancen einer Geschäftsidee bereits in der Anfangsphase kritisch zu prüfen. Entwickler Ash Maurya passte hierfür die Felder des Business Model Canvas von Alexander Osterwalder an. Das neu entstandene Lean Canvas umfasst nun die Felder: Problem, Lösung, Kennzahlen, Alleinstellungsmerkmal, Unfairer Vorteil, Kanäle, Kundensegmente, Kosten und Einnahmen. Gerade zu Beginn sind die Rahmenbedingungen für Startups meist undurchsichtig. Hier kann Lean Canvas ergänzend zum Lean Startup einen signifikanten Mehrwert bieten.

9. Lean Startup vs. Design Thinking vs. Agile

Design Thinking ist eine Managementmethode zur Problemfindung. Dieser Ansatz bietet kreative Strategien, die sich darauf fokussieren, die richtigen (Kunden-)Probleme zu identifizieren. Die Problemfindung aus diesem Prozess zählt als Grundlage für Lean Startup.

Lean Startup orientiert sich im BML-Kreislauf an dieser Problemfindung, fokussiert sich auf das Geschäftsmodell und schafft nachhaltige Strukturen, die sich bei Bedarf gut skalieren und weltweit ausrollen lassen.

Der Agile-Ansatz unterstützt bei der schrittweisen Weiterentwicklung und Verbesserung der Lösungen. Diese Vorgehensweise hilft dabei, kontinuierlich neue Erkenntnisse zu gewinnen, das Produkt ständig neu zu bewerten und anzupassen – und so besser auf die Nutzer- und Geschäftsziele abzustimmen.

Die drei Modelle Design Thinking, Lean Startup und Agile haben eine besondere Gemeinsamkeit. Sie alle sind vollkommen kundenorientiert und nutzen Feedbackschleifen, um den aktuellen Fortschritt zu messen und zu optimieren. Dabei steht das Ziel einer schnellen und reflektierten Weiterentwicklung im Vordergrund, um treffend die Probleme der Kunden zu lösen.

10. Ist Lean Startup nur Schall und Rauch?

Lean Startup steht immer wieder in der Kritik. Die Rede ist oft von einem Experiment, das zwar kostengünstig und schnell, aber auch rasch zum Scheitern verurteilt ist.

Kritiker sehen Lean Startup als ungeeignet für Offline-Produkte. Diese haben meist hohe Produktionszeiten und benötigen große Investitionen. Ihrer Auffassung nach widerspricht dies dem Lean Startup Prinzip. Daher sind Kritiker der Meinung, dass sich Lean Startup nur für die digitale Industrie eignet. Zudem halten sie auch Großprojekte für ungeeignet, da diese mit umfangreichen Arbeitsabläufen und Investitionen einhergehen, die nur schwer in eine schlanke und rasante Umgebung wie die der Lean Startup gepresst werden können.

Weiterhin wird bemängelt, dass endlose Testschleifen und Entwicklungszyklen entweder zum gänzlichen Scheitern oder zur Markteinführung eines unfertigen Produkts führen. Überdies verlangen Investoren häufig einen ausgearbeiteten Businessplan, welcher konträr zum Lean Startup Prinzip weder schnell noch kostengünstig erstellt werden kann.

Verheißen diese genannten Nachteile das Ende des Lean Startup Prinzips? Ganz so einfach ist es nicht, denn die Vorteile von Lean Startup sollten nicht außer Acht gelassen werden.

11. Lean Startup als Horn auf dem Pferd

Die zügige Einführung des MVP macht offensichtlich, dass die Entwicklung mit Lean Startup schnell und kostengünstig möglich ist. Zudem profitieren Gründer von dem Feedback nach der Einführung des MVP im eigenen Lean Startup. Auf diese Weise richten Gründer, die Weiterentwicklung des MVP gezielt kundenorientiert aus. Das reduziert die Gefahr, das Produkt am Kunden vorbei zu entwickeln. Stattdessen wird mit Lean Startup genau auf die Bedürfnisse der Kunden eingegangen. Das weist auf eine erhöhte Zielgenauigkeit der Produktentwicklung hin und falsche Annahmen werden mit Lean Startup rasch und kostengünstig aufgedeckt. Außerdem bietet Lean Startup hohe Flexibilität und somit die Chance – falls nötig – die Richtung komplett zu ändern. Ein entscheidender Vorteile gegenüber dem Wettbewerb. Damit ist Lean Startup zwar nicht die Kirsche auf der Torte, aber das Horn auf dem Pferd.

Die 5 Key Learnings durch Lean Startup
  1. Lean Startup ist eine Methode zum schnellen, risikoreduzierten und erfolgreichen Aufbau von Unternehmen.
  2. Lean Startup ermöglicht effektivere Produktentwicklungen.
  3. Das MVP (Minimum Viable Product) beschreibt die Version eines neuen Produkts, das mit minimalem Aufwand die maximale Menge an validierten Informationen über die Kunden erfasst. Lean Startup schafft das perfekte Geschäftsmodell dafür.
  4. Die Bauen-Messen-Lernen-Feedbackschleife (BMV) ist ein Kreislauf, mit welchem das MVP durch einen ständigen Lernprozess im eigenen Lean Startup überprüft und weiterentwickelt wird.
  5. Die Lean Startup Methode holt bereits nach einer kurzen Produktentwicklung Kunden-Feedback ein. Dieses hilft, Kundenwünsche und -bedürfnisse zu messen, Erkenntnisse zu sammeln und diese in die Entwicklung des Produktes und Geschäftsmodells einfließen zu lassen.

Mehr Learnings und Tipps, um Dein Startup zum Lean Startup und letztlich zum Erfolg zu führen, findet Du im „Handbuch eines Gründers“

12. Frag den Experten

The Nest by Webhelp ist das Customer Experience (CX) Programm des europäischen BPO-Marktführers Webhelp und richtet sich an Startups sowie schnell wachsende Unternehmen mit dem Ziel, Teams schnell und effizient zu skalieren. Wir verstehen uns aber nicht nur als Partner für Wachstum, sondern begleiten und unterstützen Dich mit allem, was Du rund um die Customer Experience benötigst. In Verbindung mit Webhelps Expertise im Bereich der Business-Lösungen entsteht ein vielfältiges Skillset für einen lückenlosen 360°-Service. Du kannst Dich also an einen flexiblen, agilen und hochspezialisierten Partner wenden.

Oder Du schreibst direkt unserem Startup-Experten Tim Kirchner 📧 tim.kirchner@webhelp.com. Als ehemaliger Startup MD in den Bereichen Hardware, IoT und E-Commerce sowie als Venture Developer und Mentor für verschiedene Accelerator kennt er sich bestens mit der Achterbahn des Gründertums aus.